Hauptversammlung 2020

Wir laden Euch ein zur jährlichen Hauptversammlung.
Datum: 21. Februar 2020
Zeit: 20.00 Uhr
Ort: Rest. Senslerhof  in 1713 St.Antoni

Traktanden:

  1. Protokoll HV2019
  2. Abnahme der verschiedenen Jahresberichte: Präsidentin, Berater, Honigobfrau, Bienenkommissariat und Apistische Station
  3. Kassa- und Revisorenbericht
  4. Festsetzung des Jahresbeitrages
  5. Ergänzungswahlen
  6. Aufnahme von Neumitgliedern und Veteranenehrung
  7. Verschiedenes

Wir freuen uns, Euch zu sehen!  Der Vorstand

Foto Marius Schneuwly, 5.1.2020

 

Artikel in den „Freiburger Nachrichten“ zur Wachsumarbeitung

Applico hilft Sensler Imkern

Eine Wachsplatte wird bei Applico zugeschnitten. Die Stiftung Applico verarbeitet ab sofort Wachs von Sensler Imkern zu Mittelwänden. Sie garantiert dabei, dass die Imker ihr eigenes Wachs wieder zurückerhalten. Das ist wichtig für die Bienengesundheit. Es ist eine Win-win-Situation: Applico hat seit diesem Winter neue Aufträge. Und die Imkerinnen und Imker aus dem Sensebezirk müssen für die Eigenwachsverarbeitung nicht mehr weit fahren. Denn Applico, die Stiftung für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung, bietet neu Eigenwachsverarbeitung an. Das heisst: Sie nimmt während der Wintermonate Wachs von Imkern an und macht daraus Mittelwände. Die Imker setzen diese als Brut- und als Honigwaben ein, so ersparen sie den Bienen Arbeit (siehe auch Kasten). Applico garantiert dabei, dass die Imker ihr eigenes Wachs zurückerhalten.

Eigener Wachskreislauf

Warum das so wichtig ist, erklärt Alice Fahrni Baeriswyl, die im Vorstand des Imkervereins des Sensebezirks sitzt und das Projekt begleitet hat. «In den letzten Jahren ist in Deutschland Wachs aufgetaucht, das mit Paraffin gestreckt wurde.» Mittelwände aus solchem Wachs könnten im Sommer, wenn es sehr heiss ist, einfach zusammenfallen. «Das ist eine Katastrophe, so geht ein ganzes Bienenvolk kaputt», sagt Alice Fahrni Baeriswyl. Das Problem sei, dass man nicht sehe oder rieche, ob dem Wachs Paraffin beigemischt wurde. «Deshalb ist es wichtig, dass die Imker einen eigenen Wachskreislauf haben.» Das heisst, sie verwenden das von den Bienen erzeugte Wachs erneut. Ein Bienenvolk produziere pro Jahr ungefähr ein Kilogramm Wachs. Die Verwendung des eigenen Wachses beugt überdies der Ausbreitung von Krankheiten vor.

In der Schweiz gebe es zwar verschiedene Anbieter für die Eigenwachsverarbeitung, sagt Alice Fahrni Baeriswyl. Doch in der Region habe es bisher nichts gegeben, man habe nach Bern oder Biel fahren müssen. Die Landi nimmt zwar auch Wachs an, aber dort erhalten die Imkerinnen und Imker nicht das eigene Wachs zurück.

Deshalb sei der Imkerverein auf die Idee gekommen, in der Region nachzufragen. «Wir haben zuerst bei der Sensler Stiftung für Behinderte angeklopft, doch dieser war es nicht möglich, die Arbeiten auszuführen. Sie verwies uns an Applico.» Dort war man offen für die Idee. Mitglieder des Imkereivereins zeigten den Verantwortlichen, wie man das Wachs verarbeitet, und liehen Applico für diese Saison, die noch bis April dauert, die Gerätschaften.

Erhitzt und gepresst

«Die Imker bringen uns ihr Wachs, wir wägen und sterilisieren es und erhitzen es auf 130 Grad Celsius», erklärt Viktor Schuwey, der bei Applico für das Projekt zuständig ist. Im flüssigen Wachs setzen sich Fremdkörper vom reinen Wachs ab. Das so geklärte Wachs wird dann in einer Wabenpresse zu einer Mittelwand mit Wabenstruktur gepresst. «Man kann sich das vorstellen wie ein Brezeleisen, in das man das Wachs giesst», sagt Schuwey. Zum Schluss wird das Wachs auf die gewünschte Grösse zugeschnitten. Weil bei Applico alles von Hand verarbeitet wird, sei man flexibel und könne verschiedene Formate anbieten.

Fünf Mitarbeiter machen diese Arbeiten regelmässig bei Applico. «Bei ihnen ist die Arbeit ziemlich beliebt», sagt Viktor Schuwey. Bisher kamen dreizehn Kunden, die jeweils zwischen 4 und 20 Kilogramm Wachs vorbeibrachten. «Wir haben regelmässig Wachs zu verarbeiten, aber der Grossandrang ist bisher ausgeblieben, wir hätten Kapazität für mehr.» Man sei aber zufrieden mit dem Start. Alice Fahrni Baeriswyl ist es ebenfalls: «Applico hat mein Wachs verarbeitet, und sie haben das tipptopp gemacht.»

Der Auftrag von Applico läuft seit Oktober und noch bis April nächsten Jahres. «So wie es aussieht, werden wir die Eigenwachsverarbeitung im nächsten Winter wieder anbieten», sagt Viktor Schuwey. Er freut sich: «Immer wenn wir Wachs verarbeiten, riecht es im ganzen Atelier gut.»

Was ist eine Mittelwand?

Mittelwände sind Wachsplatten, die in einen Holzrahmen eingepasst werden. Sie werden von Imkern verwendet, um den Wabenbau der Bienen zu ordnen und zu beschleunigen, wie es bei Wikipedia heisst. Die mit einer Wabenstruktur versehenen Mittelwände werden von den Bienen zu Waben ausgebaut und als Brutstätte und Honiglager verwendet. Die Imker erneuern die Waben regelmässig und schmelzen die alten ein, wie Alice Fahrni Baeriswyl vom Imkerverein des Sensebezirks erklärt. Aus dem so gewonnenen Wachs entstehen neue Mittelwände. Diese Arbeit bietet neu die Stiftung Applico an (siehe Haupttext).

«Die Bienen gehören nicht in die Kiste, sondern in die Bäume»

Laut dem bekannten Bienenforscher Torben Schiffer trägt die intensive Honigimkerei zum ­Bienensterben bei. Der deutsche Biologe hinterfragte in einem gut besuchten Referat die gängigen Imkermethoden und forderte eine Rückkehr zu natürlichen Verfahren.

Zum Artikel in den Freiburger Nachrichten

Einige Tage später (5.12.2019) hat ein Leser auf einen entsprechenden Artikel in der Zeitung La Liberté mit einem Leserbrief reagiert:

Messianisme environnemental
Le 23 novembre, l’apiculteur et biologiste allemand Torben Schiffer a présenté lors d’une conférence à Grangeneuve sa vision de l’apiculture (La Liberté du 22 novembre). L’objectif était de convaincre que l’apiculture fait tout faux depuis plusieurs dizaines de décennies. Schiffer a dénoncé tour à tour «l’inique» exploitation des abeilles pour en récolter le miel, les «vices» de la sélection, le nourrissement des abeilles en période de disette, et les modèles de ruches utilisés en apiculture moderne.
S’appuyant sur des arguments d’autorité, Schiffer utilise fort habilement les noms et travaux de chercheurs réputés. Il en tire des conclusions abusives, assénées comme des vérités. Puis, il propose pour la modique somme de 600 francs un nouveau modèle de ruche inspiré de l’habitat naturel des abeilles, et qui n’est rien d’autre que la ruche tronc, une ruche traditionnelle utilisée depuis le Moyen Age.
Subjuguant son public, Schiffer adopte un ton inspiré, mi-pasteur, mi-professeur. Il refuse de répondre à toute question avant la fin de ses quatre heures d’endoctrinement, au terme desquelles les auditeurs, épuisés, auront perdu tout jugement critique et applaudiront à tout rompre. Un participant a toutefois demandé si de telles pratiques étaient légales, question à laquelle il n’a pas obtenu la réponse appropriée: non, il n’est pas légal de laisser crever de faim et de maladie des animaux domestiques, serait-ce au nom de la «sélection naturelle».

Francis Saucy, biologiste et apiculteur, Vuippens

Lehrbienenstand Grangeneuve‏: Apistischer Kurzbericht für November

Kurzbericht vom 3. Dezember 2019

Die Oxalsäure-Behandlung mit dem Varrox-Gerät wurde am 26. November durchgeführt. Das Wetter war ideal, kein Regen und Temperaturen um
8 Grad Maximum. In der Natur sieht man jetzt schon die ersten noch geschlossenen Kätzchen der Haselnussblüten, aber zuerst muss noch ein richtiger Winter kommen.

Vor dem Schnee ist jetzt noch Zeit für Baumpflanzungen. Warum nicht gerade neben dem Bienenhaus einige Haselsträucher, Weiden, Wildkirschen oder sogar einen Obstbaum für unsere Bienen pflanzen?

Dominique Ruggli
Verantwortlicher Obstbau

Landwirtschaftliches Institut des Kantons Freiburg
dominique.ruggli@fr.ch

Haselkätzchen mit Schnee. (Bild: pelant.de)