Giftige Pollen verhindern wahllosen Abtransport durch Bienen

Forscher der ETH Zürich haben herausgefunden, dass es Pflanzenarten gibt, die mit giftigen Pollen verhindern, dass Bienen wahllos Pollen abtransportieren:

Die Angaben zum kompletten Forschungsartikel:

  • Claudio Sedivy, Andreas Müller, Silvia Dorn. Closely related pollen generalist bees differ in their ability to develop on the same pollen diet: evidence for physiological adaptations to digest pollen. Functional Ecology, 2011. DOI: 10.1111/j.1365-2435.2010.01828.x

Danke Bänz Ryser für den interessanten Link!

Nach den Bienen sterben die Hummeln

Erschreckende Resultate us-amerikanischer Forscher: Die Zahl der Hummelarten geht markant zurück. In manchen Gebieten beträgt der Rückgang während der letzten 20 Jahre bis zu 96 Prozent! Eine entsprechende Studie wurde im Januar in “Proceedings of the National Academy of Sciences” veröffentlicht. Wissenschaftlich erhärtete Gründe für das Hummelsterben gibt es bis heute nicht, die Forscher vermuten aber Lebensraumverluste und Klimaänderungen als Hauptursachen.

Forscher der Universität Illinois haben zudem die Verbreitung von acht Hummelarten in den USA speziell untersucht. Sie verglichen die aktuellen Populationen mit 100-jährigen historischen Daten . Jede zweite der untersuchten Arten ist heute schwer bedroht. Besonders prekär sei die Tatsache, dass die genetische Vielfalt vieler Arten massiv geschrumpft ist. Dies fördere die Anfälligkeiten auf Krankheiten.

Parallelen zu unseren Problemen in der Imkerei springen geradezu ins Auge!

Quelle: Deutsches Bienen-Journal 2/2011

Erdhummel
Foto: www.insektenbox.de

Ein Ausflugsziel gesucht? Ein Besuch im Naturhistorischen Museum Bern!

Wenn die Sonntage grau und kühl sind, ist ein Besuch im Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern für den interessierten Imker und Insektenfreund und seine Familie genau das Richtige:

Im 2.Stock wurde ein Waldameisen-Haufen einlogiert, dessen emsiges Treiben nun durch Glasscheiben und -röhren beobachtet werden kann. Dabei erfährt man, dass sich 100 000-200 000 Arbeiterinnen um die Brut und Nahrungsbeschaffung kümmern, dass sich in einem Nest mehrere Hundert Königinnen befinden, die täglich je 10-20 Eier legen und zwischen 10-12 Jahre alt werden können. Ausserhalb des Haufens wird von den Ameisen ein Friedhof und eine Abfall-Deponie angelegt, wo neben Fress-Resten auch die leeren Larvenhäutchen gut sichtbar abgelegt werden. Gefüttert werden die Museums-Ameisen mit Fleisch, das heisst “frischtoten” Heimchen und Eiweiss-Brei, und dem Honigtau-Ersatz Ahorn-, Apfel- oder Birnen-Dicksaft.

Begibt man sich weiter auf die Spur der Wirbellosen, stösst man auf einen Film über eine verblüffende Zweifarbige Mauerbiene: Diese bereitet als Brutwiege für ihren Nachwuchs doch tatsächlich ein leeres Schneckenhaus vor, das sie mit geknetetem Pollen auslegt, ein einziges Ei hineinlegt und mit Sand, zerkauten Pflanzenstückchen und Speichel zumauert. Anschliessend dreht sie das Schneckenhaus mit dem Eingang nach unten und baut darüber ein wahres Schutzdach aus ineinanderverkeilten Ästchen und Tannnadeln, das jeglichen Widrigkeiten trotzt bis nach 10 Monaten die junge Biene schlüpft.

Wer noch nicht genug hat, kann sich auch noch den Film über die Wiesen-Wespen ansehen und zuschauen, wie diese Zelle um Zelle ihr Nest aufbauen und Brutpflege betreiben, Vorgänge, die dem Imker gar nicht so unbekannt vorkommen dürften. Am Ende des Sommers jedoch ist es die Königin allein, die sich ein geschütztes Plätzchen zum Überwintern sucht und somit den Beginn eines neuen Volkes im nächsten Jahr sichert.

So spannend und lehrreich kann ein Museumsbesuch sein!

Weitere informationen unter www.nmbe.ch