Überlegungen zur Orientierung des kantonalen Bieneninspektorats

Liebe Imkerkolleginnen und -kollegen

Mitte März durften wir einmal mehr die Informationen des kantonalen Bieneninspektorats in Empfang nehmen. Eigentlich schön, so umsorgt zu werden! – Im Umschlag waren das Bestandeskontrollblatt 2016, eine Orientierung über den Feuerbrand mit entsprechendem Verstellverbot, eine Inventarliste für Tierarzneimittel, die Liste der Inspektoren, die Liste der vom Agroscope empfohlenen Imkerei-Präparate mit Abgabestellen und natürlich die Bestellliste für die Produkte zur Varroa-Behandlung 2016, etc. Alles paletti, dachte ich mir. Beim genaueren Durchlesen und nach Diskussionen mit Imkerkollegen sind mir/uns ein paar Sachen aufgefallen, welche doch nachdenklich stimmen:

Auf dem Blatt der vom BGD/ZBF empfohlenen Präparate ist auch Oxalsäure Oxuvar 5,7% aufgelistet. Dieses Produkt muss zum Sprühen mindestens auf die Hälfte verdünnt werden. Niemand sprüht 5,7% Oxalsäure auf die Bienen. Das ZBF hat die Sprühmethode mit 2,1% Oxalsäure empfohlen. Dieses Wissen und eine fachgerechte Verdünnung der Säure sind nicht unbedingt gewährleistet. Das birgt Risiken!

Die Preise für die Oxalsäureprodukte sind exorbitant und übersteigen um ein x-faches die Preise in der Drogerie. Von Verbilligung der Mittel bei weitem keine Spur! Wird hier „Heimatschutz“ zu Gunsten nationaler Vertreiber von Imkereizubehör betrieben?

Die Milchsäure wird zum Verkauf angeboten, obschon sie nicht mehr angewendet werden sollte. Auf der Liste BGD/ZBF wird sie nicht mehr aufgeführt. Was gilt nun?

Es scheint, als ob die Imkerschaft zur neuen Milchkuh des Tierarzneimittelhandels wird und dies mit dem Segen des Veterinäramtes. Wen mag es da erstaunen, dass der Weg über die Landesgrenze immer häufiger angetreten wird. Die Vermutung liegt zudem nahe, dass der/die Verfasser der uns zugesandten Unterlagen nicht wirklich über fundierte Kenntnisse in der Varroabekämpfung verfügen. Persönlich kann ich euch Imkerkollegen nur empfehlen, vor dem Erwerb von Behandlungsmitteln eine fundierte Zweitmeinung  einzuholen. Vermutlich empfiehlt es sich sogar, auf eine Bestellung zu verzichten und dann im richtigen Moment und just-in-time das adäquate Mittel zu kaufen. So vermeiden wir auch die Lagerhaltung von Mittelresten und die akribische Führung von Inventarlisten.

Zur Problematik des Verstellverbotes im x-ten Jahr möchte ich mich hier nicht im Detail äussern. Die Frage sei lediglich erlaubt, ob eine restriktive Massnahme, welche auch nach über zehn Jahren Anwendung nicht wirklich greift, Sinn macht.

Ich wünsche euch trotz allem ein erfolgreiches Imker- und Bienenjahr!

Fachvortrag von einem Gartenspezialisten

Mittwoch, 13. April 2016 um 19.30 Uhr im Rest. Kreuz in Schmitten
Fredi Zollinger, Gartengestalter Bioterra Naturgarten-Fachbetrieb, 3177 Laupen

Zollinger

 

Mit etwas mehr Wissen über die Zusammenhänge in der Natur und oft nur ganz kleinen Änderungen bei Gestaltung und Pflege lassen sich die Voraussetzungen für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt im Garten entscheidend verbessern. Dabei muss der Garten nicht grundlegend verändert, sondern geeignete Situationen erkannt und genutzt werden.

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme!
Der Vorstand

Unsere Bienen gewinnen an Aufmerksamkeit…

Laut der Aussage von Prof. Dr. Dr. h.c. Randolf Menzel an der Züchtertagung in Aua vom 05. – 06. März 2016 sind bereits 80% der Insekten in unseren Breitengraden verschwunden. Die Biene habe nur dank den Imkern überlebt.
Und so geht es in die nächste Runde gegen die Spritzmittelindustrie:
Frankreich steuert auf ein Insektizidverbot zu!
Info’s:
www.n-tv.de/ticker/Frankreich-will-Bienensterben-mit-Insektizid-Verbot-stoppen-article17263186.html
– https://netzfrauen.org/2016/03/22/insektizid-verbot-gegen-bienensterben-in-frankreich-france-begins-the-fight-to-save-the-bees-by-banning-toxic-pesticides/

Stadtbienen: Honig von Zürichs Dächern

In einem Bericht, der von verschiedensten Formen des Landlebens in der Stadt und „Stadtwirten“, in Entsprechung zu Landwirten, handelt, wird die Firma Wabe3 vorgestellt, die mitten in Zürich rund 100 Bienenvölker hält.

Der Artikel in der Coopzeitung