Waagvolk Heitenried: Apistischer Bericht Oktober/November 2018

Apistischer Monatsbericht vom 16.10.-15.11.2018

Beutetyp Dadant Blatt; Südlage in Biohochstammobstanlage; Trachtangebot Hochstammobst, Hecken, Löwenzahn, Mischwald, Bioimkerei geführt nach den Anforderungen von Knospe, Bio Suisse

Bis am 12. November hielt das aussergewöhnliche warme Wetter an. Die Bienen nutzten noch jede Blüte in der Nähe des Bienenstandes um Nektar und Pollen zu sammeln. Nach nochmaliger Kontrolle auf natürlichem Milbenfall waren nur wenige Varroa auf den Unterlagen. Nun stehen Winterarbeiten an, reinigen der Räume und ausgewechselten Beuten, einschmelzen von Waben, Die Verarbeitung des Wachses zu neuen Bio-Mittelwänden geben wir in Auftrag. Das Wetter im vergangenen Jahr 2018 stellte uns Imker vor einige aussergewöhnlichen Herausforderungen. Mit dem Einwintern der Bienenvölker geht dieses sehr warme Jahr zu Ende, das nächste Bienen-Jahr hat damit aber auch wieder begonnen. Der Optimist liegt in der Natur des Imker und so hoffen wir auf ein gutes Überwintern der Völker.

Sonnenaufgang vom 5. November 2018 von Heitenried aus. (Bild: Peter Andrey)

Lehrbienenstand Grangeneuve: Apistischer Kurzbericht für Oktober

Kurzbericht für Oktober 2018:

Grangeneuve, 1725 Posieux, FR (635 m ü. M.)

Beutetyp: CH-Kasten + Dadant-Magazin
Lage: Wald und Wiesenland
Trachtangebot: Wiesen, Hecken, Mischwald, Bachufer, Obstanlage

Im Oktober waren die Wetterbedingungen sehr günstig für unsere Bienen: wieder zu warm und trocken für diese Jahreszeit. Wir mussten feststellen, dass einige Völker trotz früher Behandlung (9. Juli und 1. September) stark mit Varroa befallen waren (Flügeldeformationen). Diese geschwächten Völker litten unter starkem Raubdruck, und wir mussten das Flugloch verkleinern.

Einige Imker sagen uns, dass ihre Völker durch Phacelia geschwächt werden. Eine Studie (Agrarforschung Schweiz, 7, (3), 2016, 120-127) zeigt jedoch, dass das Ausfliegen in Zwischenkulturen oder Gründüngung mit Phacelia die Bienenvölker während der Blüte sowie in den darauf folgenden Monaten weder positiv noch negativ beeinflusst.

Dieses Obstjahr wird als gutes Jahr mit Früchten von ausgezeichneter Qualität in Erinnerung bleiben. Die Lagersorten Golden, Topaz, Idared u.a. konnten in idealen trockenen Bedingungen geerntet werden.

Dominique Ruggli
Verantwortlicher Obstbau, Landwirtschaftliches Institut des Kantons Freiburg
dominique.ruggli@fr.ch


Verwendung der Bienenweide Phacelia als Gründüngung (Bild: researchgate.net).

Waagvolk Heitenried: Apistischer Bericht September/Oktober 2018

Apistischer Monatsbericht vom 16.9.-15.10.2018

Beutetyp Dadant Blatt; Südlage in Biohochstammobstanlage; Trachtangebot Hochstammobst, Hecken, Löwenzahn, Mischwald, Bioimkerei geführt nach den Anforderungen von Knospe, Bio Suisse

Die ausserordentlich hohen Temperaturen diesen Herbst regte weiterhin eine rege Flugtätigkeit der Flugbienen an. Sie profitieren weiterhin von den prachtvoll blühenden Phacelia-Feldern, die zur Gründüngung angesät werden. Auch auf dem Efeu und den verschiedenen herbstblühenden Stauden nutzen sie Pollen und Nektar. Die reiche Obsternte ist abgeschlossen, neben viel Bio-Tafelobst gab es auch viel guten, fruchtigen Bio-Apfelsaft. Bei der Sommerbehandlung waren sehr wenige Varroa auf den Unterlagen. Vor dem Einwintern wird noch einmal die Futterversorgung kontrolliert um diesbezüglich keine Überraschung erleben zu müssen.

Efeu, eine gute Nahrungsquelle für Bienen im Spätherbst. (Bild: pixabay.com)

Lehrbienenstand Grangeneuve: Apistischer Kurzbericht für September

Kurzbericht vom 9. Oktober 2018

Grangeneuve, 1725 Posieux, FR (635 m ü. M.)

Beutetyp: CH-Kasten + Dadant-Magazin
Lage: Wald und Wiesenland
Trachtangebot: Wiesen, Hecken, Mischwald, Bachufer, Obstanlage

Die elektronische Waage wurde am 27. September abgeschaltet. Der Monat September war um 2 Grad wärmer, und die Niederschläge entsprachen 35% des mehrjährigen Durchschnitts. Die Gewichtsschwankungen auf den Waagen waren im September sehr gering und wir mussten den Kolonien im Vergleich mit anderen Jahren mehr Futter geben. Die zweite Varroa-Behandlung wurde am 11. September beendet. Der Varroa-Fall war normal, die zwei Behandlungen haben gut gewirkt. Was uns Sorgen macht, ist, dass wir Bienen mit deformierten Flügeln sehen, was ein Anzeichen für Virusinfektionen sein kann. Ansonsten haben die Bienen regelmässig Pollen eingetragen, die Bruttätigkeit ist im September aber stark gesunken.

Dieses Jahr haben wir eine sehr schöne und grosse Obsternte. Die Bäume aller Sorten sind vollbeladen, und diese Mengen an Früchten „kompensiert“ teilweise das letztjährige schlechte Obstjahr. Momentan werden die spätreifenden Sorten geerntet (Idared, Mairac, Golden, Topaz, Ariwa, Florina u. a.).

Dominique Ruggli
Verantwortlicher Obstbau, Landwirtschaftliches Institut des Kantons Freiburg
dominique.ruggli@fr.ch

(Bild: rette-die-biene.info)

Lehrbienenstand Grangeneuve: Apistischer Kurzbericht für August

Nachstehend die Beobachtungen der Periode vom 8. August bis zum 6. September 2018:

Bürki-Magazin, manuelle Waage, Carnica-Königin 2016
Zunahme: 2.3 kg
Abnahme: -1.8 kg
Periodendifferenz: 0.5 kg
Differenz total: 2.1 kg

Dadant-Magazin, elektronische Waage, Carnica-Königin 2017
(Internet – http://www.bienen.ch/de/services/waagvoelker.html)
Zunahme: 2.7 kg
Abnahme: -4.3 kg
Periodendifferenz: -1.6 kg
Differenz total: 6.0 kg

Nun wurde die zweite Behandlung plaziert. In unseren Völkern hat es sehr viel Varroa, dazu mussten wir unsere Kolonien stark füttern. Die Temperaturen im August waren um 1,9 Grad wärmer als der Durchschnitt. Unsere Bienen finden Nektar auf Weissklee, aber die Bedingungen bleiben trocken, obwohl die Niederschläge im August 80% des mehrjährigen Durchschnitts erreicht haben.

Die Bilanz dieses Imkerjahres ist mittel, sehr gut für den Blütenhonig und schlecht für den Waldhonig.

Die Ernte von Birnen und Äpfeln ist in vollem Gange. Das Jahr ist etwas früher als der Durchschnitt. Der Ertrag und die Qualität der Früchte sind ausgezeichnet!

Dominique Ruggli
Verantwortlicher Obstbau, Landwirtschaftliches Institut des Kantons Freiburg
dominique.ruggli@fr.ch

(Foto: rustica.fr)